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70 Jahre Elternverein Leben mit Behinderung Hamburg – ein spektakuläres Jubiläumsfest mit Blicken in die Vergangenheit und in die Zukunft

| Elternverein - News

70 Jahre Engagement, Selbsthilfe und Einsatz für Teilhabe: Am 3. September 2026 feierte der Leben mit Behinderung Hamburg Elternverein sein Jubiläum im Landhaus Walter mitten im Hamburger Stadtpark. Über 400 Gäste kamen zusammen, um die Geschichte des Vereins zu feiern, auf Erreichtes zurückzublicken und gemeinsam nach vorn zu schauen. Das Wetter war abwechslungsreich, so auch der Abend.

Feste kann man unterschiedlich feiern. Mal gediegen, mal ausgelassen, im kleinen oder großen Rahmen – je nach Anlass und Alter. Der Leben mit Behinderung Hamburg Elternverein ist dieses Jahr 70 Jahre alt geworden, ein würdiges Alter, doch der Jubilar hat nach wie vor Power, Elan und Durchsetzungskraft und ließ es am 3. September im Landhaus Walter dementsprechend krachen. Über 400 Gäste kamen zum Jubiläumsfest. Unter ihnen waren Klient*innen, Angehörigen, Freunde und Unterstützer*innen von Leben mit Behinderung Hamburg sowie die beiden Bürgerschaftsabgeordneten Regina Jäck (SPD) und Kathrin Warnecke sowie weitere Gäste aus Politik und Gesellschaft. 

Passend zum Jubiläum haben wir uns mit dem neuen Logo visuell neu aufgestellt, dynamischer und bunter als das alte Logo. Außerdem startete die Aktion „Leben mit Superkräften“, die Kerrin Stumpf, Geschäftsführerin des Elternvereins, präsentierte. Als Willkommensgeschenk wurde den Gästen der neue Personenzentrierungsleitfaden überreicht und auf der Bühne brannte ein Feuerwerk an Reden und Musik ab.

Im Mittelpunkt stand die Frage, was 70 Jahre Elternverein heute bedeuten – und welche Aufgaben vor uns liegen. Christian Lührs, Vorsitzender des Elternvereins, erinnerte an die Gründung 1956, als Eltern sich zusammenschlossen und Unterstützung für ihre Kinder selbst organisierten. Aus dieser Selbsthilfe ist eine der größten Selbsthilfeorganisationen Deutschlands entstanden. Zugleich machte er deutlich: Teilhabe und Inklusion sind nicht selbstverständlich und müssen immer wieder erkämpft werden.

Auch Romy Tornow vom Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen und Kristin Alheit vom Paritätischen Hamburg würdigten den Einsatz des Elternvereins für Selbstbestimmung und Teilhabe. Angesichts von Sparzwängen und aktuellen Debatten um das Teilhaberecht brauche es weiterhin eine starke Interessenvertretung. Dabei hat sich die Rolle der Eltern verändert: Menschen mit Behinderung sollen selbst für ihre Rechte sprechen und über ihr Leben entscheiden. 

Wie dieser Wandel konkret aussehen kann, zeigten die Botschafter*innen der Interessenvertretung der Leben mit Behinderung Hamburg Sozialeinrichtungen, Annika Albers und Fabian Pietzcker, in ihrem Beitrag „Wir halten euch den Spiegel vor“. Ihr Spiegel zeigte Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: von der früheren Bezeichnung „Spastikerverein“ bis zur heutigen Selbstvertretung. Sprache und Denken haben sich verändert – doch am Ziel sind wir noch nicht. Menschen mit Behinderung wollen mitentscheiden: bei Bauvorhaben, Personalplanung, Freizeitgestaltung und in den Gremien der Organisation. Ihr Blick in die Zukunft ist selbstbewusst: Selbstvertreter*innen gestalten selbstverständlich mit und übernehmen Verantwortung. „Unsere Eltern bleiben wichtige Verbündete, aber unsere Stimme gehört uns selbst.“

Zwischen den Redebeiträgen sorgte das inklusive Ensemble Theater 36 für kritisch-komische Momente zum Thema Selbstbestimmung, die vor dem Hintergrund der Spardebatten mit der Diagnose Notgeburt sofort ins Krankenhaus musste. Beim Buffet blieb Zeit für Begegnungen, bevor Ottos Apfel und Bitte lächeln! musikalisch für Stimmung sorgten. Bei der Verlosung gab es Liegestühle mit dem neuen Logo zu gewinnen.

Eindrücke vom Jubiläumsfest
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Titelbild: sechs Bilder im Polaroid-Format vom Jubiläumsfest

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